In einem fränkischen Wirtshaus oder Biergarten guckt man dich an, wenn du dich nicht zu den Leuten an den Tisch setzt, fröhlich sagt man Grüßgott und reibt die Schultern gesellig aneinander. Im Café in Berlin setzt sich ein Mann mit einer Zeitung an einen Acht-Stühle-Tisch und verteilt Schlüssel, Handy, Jacke großflächig. Hat was von Miss Sophie bei „Dinner for one“. Er setzt seine unsichtbaren Platzhalter um sich herum. Ich will ihm Nähe beibringen, gehe auf ihn zu, sage: „Es ist gar nicht schwer, es fühlt sich gut an!“ und umarme ihn. Er versucht sich freizuschlagen, trampelt und krächzt. Ich umarme ihn fester und sage: „Lassen Sie sich drauf ein!“ Als meine Hände unter sein Hemd schlüpfen, schreit er. Später stellt mein Arzt die Diagnose. Ich bin erratisch empathisch.